Workshops

Thema 2: Digitalisierung der Energiewelt

Pecha Kucha Vortrag: (10:45-11:15)
Digitalisierung und ihre Potenziale für das Energiesparen im Gebäudesektor, Dr. Alexander Rieck (LAVA)
Workshop 1. Teil:
(11:15-12:15)
Impulsreferat: Über BIM zum Digitalen Zwilling – Simulation und IoT als Schlüssel zur Energieeffizienz, Thomas Kirmayr (Mittelstand 4.0)
Workshop 2. Teil: (13:15-14:15)
Impulsreferat: Digitalisierung als Chance für energieeffiziente Gebäudenutzung, Prof. Daniel Mondino (CORE architecture).
Moderation: Gabriele Seitz

© KlimaExpo.nrw

Die Digitalisierung bietet große Potenziale für zusätzliche Einsparungen im Gebäudesektor – sei es auf Gebäude- oder auf Quartiersebene. Bereits in der Planung müssen wir uns den stetig wachsenden Anforderungen an Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und eine flexible Anpassung an sich immer schneller verändernde Nutzerbedürfnisse stellen. Ohne den konsequenten Einsatz digitaler Werkzeuge und Methoden ist dies kaum noch zu bewerkstelligen. Auch während der Nutzungsphase von Gebäuden ermöglicht die Digitalisierung zusätzliche Energieeinsparungen. Sei es durch smarte Haustechnik oder durch sogenannte Energy Awareness Services, die das Nutzerverhalten positiv beeinflussen können. Auf Ebene der Quartiere und des Energieversorgungssystems übernimmt die Digitalisierung eine Schlüsselfunktion, wenn es darum geht, die Integration erneuerbarer Energien in die Wärme-, Kälte- und Stromversorgung mit all ihren Herausforderungen der Dezentralisierung und Flexibilisierung zu meistern.
Welche Chancen die Digitalisierung für die Energiewende im Gebäudebereich bietet, aber auch welche Risiken damit einhergehen, darum geht es in Workshop 2.

Pecha Kucha Vortrag (10:45 – 11:15 Uhr)
Digitalisierung und ihre Potenziale für das Energiesparen im Gebäudesektor.
Dr. Alexander Rieck (LAVA)
Die Digitalisierung hat den Energiesektor voll erfasst. In nur wenigen Jahren wird der Energiemarkt anders aussehen als heute. Es bestehen große Potenziale für zusätzliche Einsparungen sowohl auf Ebene einzelner Gebäude als auch bezogen auf das gesamte Energieversorgungssystem. Die Digitalisierung bietet große Potenziale für zusätzliche Einsparungen sowohl auf Gebäude- als auch auf Quartiersebene. So können durch digitale Planungsmethoden Gebäude noch vor deren Realisierung auf Herz und Nieren getestet und ihr Energieverbrauch optimiert werden. Geht das Gebäude dann in Betrieb, lassen sich durch die Vernetzung der Haustechnik von der Energieversorgung bis zur Lichtsteuerung zusätzliche Energie- und damit CO2-Einsparungen generieren. Ganz nebenbei lässt sich so auch der Nutzerkomfort verbessern. Apropos Nutzer – auch über die Einflussnahme auf das Nutzerverhalten lässt sich viel Energie einsparen. Intelligente Mess- und Zählertechnik (Smart Metering) erlaubt kurzfristige Rückmeldungen an die Nutzer bezüglich ihres Verbrauchs und liefert so Anreize für energiesparendes Verhalten.

Was bei aller Digitalisierungs-Euphorie auch angemerkt werden muss: Der Umgang mit Big Data ist ein sehr schmaler Grat. Einerseits herrscht bis heute ein Mangel an Verbrauchsdaten, aus denen sich Erkenntnisse und Maßnahmen für künftige energetische Verbesserungen ableiten ließen. Andererseits ist sicherzustellen, dass vorhandene Daten nicht durch Unbefugte missbraucht werden.

Workshop Teil 1 (11:15 – 12:15 Uhr)
Impuls: Über BIM zum Digitalen Zwilling – Simulation und IoT als Schlüssel zur Energieeffizienz.
Thomas Kirmayr (Mittelstand 4.0)

Wir erleben gerade das Ende der Kontinuität im Bauwesen. Das Haus fürs Leben weicht einem flexiblen Wohnen im IKEA-Stil, der feste Arbeitsplatz den Flex-Desking- und Co-Working- Areas und die klassische Heizung weicht einem instationären Netzwerk aus Energiebereitstellung, -pufferung und -gebrauch. Die Digitalisierung wird deshalb zur Kernkompetenz der gesamten Wertschöpfungskette Bau, denn nur mit ihr werden wir in der Lage sein diese wachsende Dynamisierung und die großen geopolitischen Herausforderungen zu lösen. Zentrale Ziele wie Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und eine flexible Anpassung an sich immer schneller verändernde Nutzerbedürfnisse werden ohne einen konsequenten Einsatz digitaler Werkzeuge und Methoden nicht zu erreichen sein.
Building Information Modeling (BIM) legt einen wichtigen Grundstein zur Digitalisierung der Bauprozesse. Das eigentliche Ziel jedoch muss ein digitaler Zwilling sein, der es uns erlaubt, in allen Lebenszyklusphasen eines Gebäudes optimale Entscheidungs- und Betriebsprozesse zu etablieren. Transiente Simulationsmodelle wie sie das Fraunhofer IBP entwickelt, werden hierbei eine zentrale Rolle spielen, um von der Produktentwicklung, der Planung und Umsetzung bis zum Betrieb und Rückbau optimierte und schlanke Prozesse zu ermöglichen. Das Internet der Dinge (IoT) wird die Art Gebäude zu betreiben und zu nutzen grundlegend verändern. Gleichzeitig sind diese innovativen Lösungen unabdingbar, wenn wir zukünftig in unseren Gebäuden mit der veränderten Welt eines „Flex-Desking“, „Co-Working“ oder Smart-Living zurechtkommen wollen.

Fazit des Workshops:

Digitalissierung setzt grundsätzlich in den beiden Bereichen Planen / Bauen und im Betrieb an.
Wichtige Faktoren hierbei sind: Datensicherheit, Datenschutz, Know-how und die Kosten.

Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Die Mehrwerte müssen für die Beteiligten sichtbar sein. Der digitale Prozess wird von den Teilnehmern des Workshops generell als Vorteil angesehen. Von der Planung, über die Realisierung bis hin zum Betrieb und Abbruch bringt die Digitalisierung vielfältige Potenziale, Ansätze und neue, effizientere Lösungen mit sich. Der Erfolg der digitalen Technologienutzung steht und fällt mit dem reibungslosen Datenaustausch zwischen allen Beteiligten in der Wertschöpfungskette Bau. Im Workshop wurden die digitale Planung und Nutzung sowie die Auswirkungen auf die Energieeffizienz untersucht. Zahlreiche Vorteile der Digitalisierung wie eine bessere Kooperation, Simulationsmöglichkeiten oder Sensorik/Monitoring wurden diskutiert. Grundsächliche Bedenken wurden zu den Themen Datensicherheit und Datenschutz geäußert.

Der Wunsch an die KFW ist ein Diskurs mit den Nutzern sowie Aufklärung über mögliche Programme zum Thema „Digitalisierung“.

 

 

Zurück

^